Die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement ihrer Bürger!

Das ist die Essenz des von mir sehr geschätzten ehemaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert in seiner Abschiedsrede am 5. September 2017.

 

Norbert Lammert wandte sich am Ende seiner Rede an die Wählerinnen und Wähler:

„Nehmen Sie bitte das Königsrecht einer Demokratie in regelmäßigen Abständen wahr, selbst darüber zu bestimmen, von wem Sie regiert werden wollen“, sagte er. „Viele Menschen auf der Welt beneiden uns dafür.“ Das Wahlrecht erscheine manchen als Selbstverständlichkeit. Aber wir wissen aus noch nicht ganz so lange zurückgelegenen Phasen der deutschen Geschichte, dass auch Demokratien ausbluten können“.

Die wichtigste Lektion seines politischen Lebens sei für ihn gewesen: „Die Demokratie steht und fällt mit dem Engagement ihrer Bürger.“ Autoritäre Regime bräuchten kein bürgerschaftliches Engagement. „Sie verbieten es. Die Demokratie braucht es.“

 

Wie steht es mit Ihnen und Ihrem Engagement für unser Land und unsere Demokratie?

Tun Sie, was Sie  tun könnten? Dann bedanke ich mich bei Ihnen ausdrücklich dafür!

Oder tun Sie nichts oder ganz wenig? Sind Meckern und Nörgeln möglicherweise bei Ihnen auf der Tagesordnung? Dann sollten oder könnten die Worte von Herrn Lammert ein Anfang dafür sein, dass Sie Ihr Denken, Tun und Handeln daraufhin überprüfen, an welcher Stelle Sie Engagement und Zivilcourage im positiven Sinne entwickeln und aktiv zeigen können.

Wo könnte das sein?

 

Eine alte chinesische Weisheit sagt folgendes:

„Willst Du das Land in Ordnung bringen,

so musst Du zuerst die Provinzen in Ordnung bringen.

Willst Du die Provinzen in Ordnung bringen,

so musst du zuerst die Städte in Ordnung bringen.

Willst Du die Städte in Ordnung bringen,

so musst Du zuerst die Familien in Ordnung bringen.

Willst Du die Familien in Ordnung bringen,

so musst Du zuerst Deine Familie in Ordnung bringen.

Willst Du Deine Familie in Ordnung bringen,

so musst Du zunächst Dich selber in Ordnung bringen.“

 

– Alte chinesische Weisheit –

Zunächst sich selbst in Ordnung bringen: das ist das Maß der Dinge!

Es ist unmissverständlich: wir müssen stets bei uns selbst anfangen.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht? Ich mache oft die Erfahrung, dass diejenigen, die am lautesten schreien und meckern und unzufrieden sind, sehr oft selbst nicht die Professionalität und Einstellung  mit sich bringen, die sie in den verschiedensten Dingen von anderen einfordern, um das positive Ergebnis für sich in Anspruch zu nehmen.

Oft ist es auch so, dass solche Menschen stets gute Ideen dafür haben, was andere tun oder machen können, damit es ihnen selbst besser geht. Selbst dazu etwas beitragen? Fehlanzeige!

 

Wie ist das bei Ihnen?

Sind Sie:

  • Gerecht?
  • Optimistisch?
  • Tolerant?
  • Hilfsbereit?
  • Offen für andere Denkansätze?
  • Aktiv? Bringen Sie sich an?
  • Bringen Sie positive Impulse für die Gesellschaft, Ihr Dorf, Ihre Stadt, Ihren Verein?

 

Die Demokratie in Ordnung bringen

Sie haben recht: das ist ein weites Feld. Und es gibt mehrere  Ebenen: Wir selbst, Familie, Dorf, Stadt, Kreis, Land, Europa, Welt. Aber letztlich ist alles Bestandteil unserer Demokratie und/oder wir sind ein Teil davon.

Aber es nicht so schwer wie Sie vielleicht denken. Zunächst einmal ist es eine Frage der Priorität. Wir haben alle gleichviel Zeit am Tag. Ausnahmslos.

Trotzdem: wenn man Menschen fragt, ob Sie sich vorstellen können, bei dem oder jenem sinnvollen Projekt mitzuarbeiten, erhalten Sie oft die Antwort „Keine Zeit“.

Wie gesagt: für alle Menschen ist der Tag gleich lang. Und viele sagen „Keine Zeit“, meinen aber eigentlich:

  • „Keine Lust“
  • „Im Internet surfen ist mir wichtiger“
  • „Sport ist mir wichtiger“
  • „Das und das ist mir wichtiger“

Natürlich können und werden da andere sinnvolle und wichtige Dinge und Aufgaben dabei sein, die momentan wichtiger sind als bei einem gemeinnützigen Projekt mitzuarbeiten oder sich im Verein oder in der Politik zu engagieren.

Aber immer?

 

Engagement ist das eine. Zivilcourage eine zweite sehr wichtige Sache.

Verfügen Sie selbst über Zivilcourage? Am Arbeitsplatz? In Gesellschaft? Auf der Straße? Gegenüber Freunden? Sonst wo?

Sagen Sie das, was zu sagen ist, wenn jemand ungerecht oder unfair  behandelt wird und Sie bekommen das mit? Sagen Sie einem Freund oder einer Freundin, wenn diese sich Abwesenden gegenüber schäbig verhalten? Handeln Sie, wenn es sein muss und gehen Sie dazwischen?

Was sagen Sie Populisten, die viele Dinge maßlos und verantwortungslos vereinfachen und mit scheinbar einfachen Lösungen komplizierte Sachverhalte und Probleme angeblich lösen können? Stellen Sie diese? Lassen Sie sie gewähren? Oder entlarven Sie die Populisten als das was sind: Oftmals Hetzer, Aufwiegler und menschenverachtende Akteure.

Auch das ist Demokratie: nach Prinzipien und Werten im positiv verstandenen Sinne denken, handeln und dafür auch einstehen: das fällt vielen Menschen schwer.

 

„Gäbe es eine Stiftung für Zivilcourage, die sie auch geldlich belohnt, gäbe es vielleicht etwas mehr davon.“

Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler

„Wenn sich nur niemand fürchtete zu sagen, was die Sache ist, so würden alle Sachen besser gehen.“

Johann Gottfried Seume (1763 – 1810), deutscher Schriftsteller

„Bismarck hat einmal gesagt, den Deutschen fehle die Zivilcourage. Das heißt: die Deutschen sind sittlich feig. Diese Feigheit ist ein Laster, ebenso schlimm wie die „Heuchelei“ der Angelsachsen; sie zerstört nicht in dem Maße die höheren Fähigkeiten der Seele, sie macht aber im äußeren Leben unfähig.“

Paul Ernst (1866 – 1933), deutscher Essayist, Novellist, Dramaturg, Versepiker

 

Und was ist mit mir selbst?

Nicht das Sie meinen, ich würde für mich selbst in Anspruch nehmen, ich selbst würde das alles in Person erfüllen, was ich hier schreibe oder fordere.

Ich versuche es zumindest. Ich versuche mich so viel wie möglich für die Allgemeinheit einzubringen wie es geht. Ich versuche ständig an mir selbst zu arbeiten, um meine Kommunikation zu verbessern – in der Ehe, Familie, im Unternehmen und wo ich sonst aktiv bin. Und um mich auch sonst weiterzuentwickeln, indem ich Seminare und Fortbildungen zu den verschiedensten Themen besuche.

Manchmal mache ich Fortschritte. Manchmal bin ich unzufrieden mit mir. Und manchmal bin zufrieden mit mir. Wie jeder andere auch.

 

„Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein!“

Philip Rosenthal (1916 – 2001), deutscher Industrieller und Politiker

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute

Ihr

Volker Mühl


Volker Mühl



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