Wir brauchen eine bundesweite Zukunftswerkstatt! Eigentlich eine kleine Revolution! Und eine eierlegende Wollmilchsau! Und Leader!

Der leider verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt, seines Zeichens Vordenker und Dauerraucher, hat u.a. gesagt:

„Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen!“

Ich möchte ihm widersprechen. Ganz vehement.

Ich meine: „Wer keine Visionen hat, sollte zum Arzt gehen! Nur mit Visionen kann man etwas verändern.“

Was das zufolge hat, wenn keine Visionen oder nur schwache Visionen bei politischen Parteien vorhanden sind, haben wir bei bzw. nach der letzten Bundestagswahl gesehen.

Ich möchte und kann auch m.E. zurecht behaupten: keine der in den Bundestag gewählten Parteien hat eine Vision für Deutschland, die eine übergreifende Identifikation mit unserem Land und auch mit Europa darstellen kann, mit der sich die Menschen in Deutschland in einer Weise identifizieren, dass sie sich solidarisieren, die ein „Wir-Gefühl“ schafft: Dafür stehen wir!

 

Stichwort: Jamaika-Sondierung

Hier wurde anschaulich von den Akteuren gezeigt:

… wie man durch ständige „Balkongespräche“ und nicht wertschätzende Kommentare und Sprüche erst gar kein Vertrauen, was unabdingbar für eine Koalition ist, entstehen lässt.

… was „Lindneritis“ bedeutet und dies auch in praxi vorgeführt.

Letztlich wurde die Hoffnung zerstört, dass die Parteien der „Mitte“ und diejenigen etwas (aber nicht ganz) links und rechts davon stehen, eine belastbare zukunftsorientierte Politikverständigung hinbekommen, die verhindern sollte, dass die rechten und linken Ränder sich weiter ausprägen und stärker werden und vor allem eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung unseres Landes erfolgt.

Ein Scherbenhaufen. Leider. Sehr schade.

 

Stichwort SPD

Ein Szenario von Gabor Steingart, Herausgeber des Handelsblatts:

„Umfallen für Deutschland: warum die SPD ihre Merkel-Allergie bald überwinden wird!“

 

Das eigentliche Problem

Das eigentliche Problem der CDU, CSU und auch der SPD, an sich aller Parteien, ist: sie haben keine gescheiten Leader und keine Nachfolger für die jetzigen, die eine Vision für Deutschland im oben genannten Sinne aufzeigen können. Nachfolger werden und wurden ja von den aktuellen Gallionsfiguren zu der Sicherung der eigenen Position systematisch nicht gefördert. Sehr kurzsichtig.

Und die Hauptakteure, die sog. „Leader“ Merkel, Seehofer und Schulz haben es nicht verstanden, ihre jeweilige Vision, wenn sie denn eine umfassende Vision haben oder hatten, als attraktives Bild der Zukunft für Deutschland und Europa in die Köpfe und Emotionen der Menschen zu bringen.

Leader heißt ja übersetzt Führer oder Führungspersönlichkeit. Also ich will nicht falsch verstanden werden. Ich meine nicht etwa, Deutschland brauche einen Führer in dem Sinne wie schon mal einer da war von 1933 bis 1945.

Wir brauchen aber Leader oder eine Leadergruppe, die diese erforderliche Vision im positivsten Sinne erzeugen und rüberbringen kann, nach der wir uns als Land und soziale Gemeinschaft ausrichten können.

 

Nicht mehr und nicht weniger!

Zu viel verlangt? Unrealistisch?
Mag sein oder zumindest so erscheinen.
Aber in jedem Falle erforderlich und dringend notwendig!

Ich weiß nicht, ob Macron in Frankreich so ein Leader für Frankreich und Europa ist. So in der Art. Nur noch besser. Und umfassender!

Wir brauchen einen Menschen oder besser eine Gruppe von Menschen mit einem Konzept, einer Vision, hinter die sich die ganze große Mehrzahl der Menschen in unserem Land stellen kann und sich damit identifizieren kann. Dies sollte im besten Fall mit einem umfassenden Kulturwandel im positiven Sinne verbunden sein: Wertschätzung von Unterschieden, Überwindung von religiösen Zwängen, Bewusstseinsstärkung im Sinne von Eigenverantwortung der Menschen, umfassende Bildungsaffinität, usw..

Dabei müssen m.E. gewisse Grundprinzipien eingehalten werden, nämlich u.a.:

– der Boden müssen natürlich Demokratie und unser Grundgesetz sein.
– Europa muss angemessen berücksichtigt werden. Alleine können wir als Land in der Welt nichts bewirken.
– die Eigenverantwortung muss gestärkt werden und im Vordergrund stehen.
– sozial Schwache müssen aktive Unterstützung erfahren, aber nicht im Sinne von „Aushalten“ und Daueralimentation.
– die Kinder sozial Schwacher brauchen die besten Schulen und die besten Lehrer.
– das kapitalistische System ist m.E. das einzig nachhaltige, effektive Wirtschaftssystem.
Dieses System darf aber nicht ungebremst seine Wirkung entfalten. Es braucht weiterhin die Schranken der sozialen Marktwirtschaft, gerade auch im Hinblick auf die Entwicklung durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz.

Ich bin nicht (mehr) der Auffassung, dass der politische Wille am besten in den politischen Parteien gedeiht. Auch die besten Leader werden nicht in den Parteien zu finden sein. Nur ein Prozent der Bundesbürger sind in den Parteien organisiert.

 

Wir brauchen eine bundesweite Zukunftswerkstatt

Wir brauchen eine bundesweite Zukunftswerkstatt, die unser Land komplett neu ordnet und auf dem Boden des Grundgesetzes neu aufstellt. Wir sind zwar im Moment wirtschaftlich und auch sonst erfolgreich, aber wir werden in der Zukunft erhebliche Verschlechterungen und negative Entwicklungen hinnehmen müssen, wenn wir nicht die Dinge vom Grunde her neu angehen und ausrichten.

Daher meine unmissverständliche Forderung: wir brauchen eine bundesweite Zukunftswerkstatt. In ganz ganz naher Zukunft.

Wie sagte bereits Albert Einstein, dt. Physiker und Nobelpreisträger: „Wir können die geschaffenen Probleme nicht mit dem gleichen Denken und Vorgehen lösen, wie wir sie geschaffen haben.“

Und John F. Kennedy, ehemaliger US-Präsident hat zutreffend geäußert: „Überlege nicht, was Dein Land für Dich tun kann, sondern überlege was Du für Dein Land tun kannst.“

Zusammengefasst kann man sagen: wir brauchen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Landes eine gewisse „Revolution, natürlich im wohlverstandenen positiven Sinne. Und da muss zum jetzigen Zeitpunkt ein großes Stück Ur-Demokratie her, die neue belastbare Ausrichtungen ermöglicht.

Alle Macht geht bekanntlich vom Volke aus. So steht es zumindest im Grundgesetz. Das Volk aber muss auch dazu bereit sein. Ich meine damit aber nicht a la Pegida oder Lediga usw., ich meine konstruktiv und substanziell.

Ich wünsche Ihnen alles Gute

Ihr

Volker Mühl

 


Volker Mühl



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